MII IG Kerndatensatz-Modul Bildgebung
2027.0.0-ballot.1 -
Germany
This page is part of the MII Implementation Guide Bildgebung (v2027.0.0-ballot.1: Release) based on FHIR (HL7® FHIR® Standard) R4. This is the current published version in its permanent home (it will always be available at this URL). For a full list of available versions, see the Directory of published versions
| Offizielle URL: https://www.medizininformatik-initiative.de/fhir/ext/modul-bildgebung/ImplementationGuide/mii-ig-bildgebung | Version: 2027.0.0-ballot.1 | |||
| Active Stand: 2026-09-15 | Maschinenlesbarer Name: MII_IG_Bildgebung | |||
Die vorliegende Spezifikation beschreibt die FHIR-Repräsentation des Kerndatensatzmoduls Bildgebung der Medizininformatik-Initiative (MII). Im Folgenden werden die Use Cases des Moduls sowie die dazugehörigen FHIR-Profile, Extensions und Terminologie-Ressourcen in ihrer verbindlichen Form beschrieben. Der MII-Kerndatensatz ermöglicht die standardisierte Sekundärnutzung klinischer Routinedaten für die medizinische Forschung.
| Veröffentlichung | |
|---|---|
| Datum | 15.09.2026 |
| Version | 2027.0.0-ballot.1 (CalVer YYYY.n.n) |
| Status | active |
| Realm | DE |
Das Kerndatensatzmodul Bildgebung enthält Datenelemente zur Dokumentation radiologischer Bildgebung und Befundung aller gängigen Modalitäten. Es ist Bestandteil des Kerndatensatzes (KDS) der Medizininformatik-Initiative (MII).
Die medizinische Bildgebung spielt eine zentrale Rolle in der klinischen Praxis bei der Diagnose, Therapie und Dokumentation verschiedener Krankheiten und wird voraussichtlich noch wichtiger werden. Es existiert ein stetig wachsendes Volumen an klinischen Bilddaten in den Krankenhäusern. Diese Daten sind entscheidend für eine patientenzentrierte und individualisierte Gesundheitsversorgung und fördern die Entwicklung neuer Auswertungsmethoden zur Optimierung des Behandlungsstandards. Die sekundäre Nutzung dieser Daten bietet massive Potentiale, die durch dieses Modul des KDS in der MII zukünftig abgebildet werden können.
Grob lässt sich das gesamte Kerndatensatzmodul Bildgebung in zwei Teilmodule aufteilen: die ImagingStudy mit Informationen aus dem DICOM-Header und die Abbildung des radiologischen Befundberichts über den DiagnosticReport. Beide Teilmodule ergänzen sich in der Abbildung ihrer Datenelemente und wurden kongruent aufeinander abgestimmt. Um einen Gesamtüberblick über die vorliegende Datenlage zu bekommen, ist die Nutzung beider Teilmodule erforderlich. Theoretisch ist es aber auch möglich, die Teilmodule getrennt voneinander zu implementieren, falls am gegebenen Standort bisher nur eine Datenquelle (z.B. RIS) erschlossen wurde.
Zur Modellierung wurde die ImagingStudy analog in drei Teilmodule strukturiert:
Dafür wurde sich an der internationalen FHIR-Ressource ImagingStudy orientiert und überlegt, welche Elemente für die Medizininformatik-Initiative relevant sind. Es wurde außerdem diskutiert, welche weiteren DICOM-Metadaten von Interesse sind, die im Profil abgebildet werden sollen.
Ergänzt wurden vorrangig modalitätsspezifische Attribute auf Serien-Ebene. Diese sollen dazu beitragen, einen tieferen technischen Einblick in die jeweilige genutzte Modalität zu erlangen.
Im Moment werden diese acht Modalitäten (MR, CT, DX, CR, MG, US, NM und PT) im Teilmodul abgebildet, welche den Großteil des radiologischen Klinikalltags abdecken. In Zukunft ist geplant, auch noch weitere Modalitäten auszuspezifizieren.
Die Originalnamen der Elemente aus dem FHIR Profil wurden ins Deutsche übersetzt und ggf. zur besseren Lesbarkeit angepasst. Die Instanzebene sowie auch die Serienebene sind komplett optional, sodass auch nur die Attribute auf Studienebene befüllt werden können. Allerdings wird empfohlen, wenn möglich, auch die beiden unteren Ebenen zu befüllen, um ein umfassendes Bild der abgebildeten Bildgebungsstudien zu erhalten.
Das Teilmodul zum Befund berücksichtigt zwei Perspektiven, deren gemeinsames Element der Befundbericht ist:
Dieses Konzept ermöglicht sowohl die Integration und Berücksichtigung bereits vorhandener historischer Befunde (Rückwärtskompatibilität) als auch die Nutzung neuer hochstrukturierter Befundvorlagen aus der Industrie (Vorwärtskompatibilität).
In der ersten Version des Kerndatensatzmoduls gibt es noch keine festgelegten Vorgaben zur Darstellung einzelner strukturierter Befundwerte. Dafür ist eine generische Beobachtung definiert, die als Grundlage dient, um in zukünftigen Iterationen anhand fachlicher Vorgaben (z. B. aus Use Cases, DRG-Templates) Profile für strukturierte Befundwerte zu entwickeln.
Das zentrale Element des Teilmoduls ist der Befundbericht. Dieser bildet den Rahmen für die Informationen des Befundes, die entweder als semistrukturiertes Dokument (in Abschnitte gegliederter Freitext), als strukturierte Beobachtung oder als Kombination aus beidem abgebildet werden können. Die Modellierung einer Körperstruktur (z. B. ein beobachteter Tumor) erlaubt die direkte Beobachtung eines Verlaufs (z. B. Wachstum eines Tumors).
Wenn die Befundung einem vorgegebenen Algorithmus folgt, kann dies als Befundungsprozedur angegeben werden. Jeder Befund enthält eine Referenz auf die zugrunde liegenden Bilder, die als Studie dargestellt werden (vgl. Teilmodul „Metadaten").
Datenintegrationszentren (DIZ), Software-Entwickler:innen und System-Architekt:innen, die FHIR-basierte Lösungen umsetzen.
→ siehe Profile und Logische Modelle.
Wissenschaftler:innen, die KDS-Daten für die medizinische Forschung nutzen.
→ siehe Guidance.
Der MII-Kerndatensatz besteht aus mehreren Modulen; das Meta-Modul hält die modulübergreifenden Artefakte. Die Basismodule (Person, Fall, Diagnose, Prozedur, Laborbefund, Medikation, Consent) werden von diesem Modul referenziert — siehe die unter Hinweise für Implementierende beschriebenen Bezüge.
Dieser Leitfaden ist im Rahmen der Medizininformatik-Initiative erstellt worden und unterliegt per Governance-Prozess dem Abstimmungsverfahren des Interoperabilitätsforums und der Technischen Komitees von HL7 Deutschland e. V.
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