MII Implementierungsleitfaden Kerndatensatz-Modul Molekulargenetischer Befundbericht
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Migration STU2 to STU3

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Migration von Clinical Genomics STU2 auf STU3

​Mit Version 2026.0.0 ist dieses Modul von Clinical Genomics Reporting STU2 auf STU3 umgestiegen. Diese Seite sagt, was sich geändert hat und wie Bestandsdaten überführt werden. Sie richtet sich an Standorte, die bereits Daten gegen die 2025er-Linie erzeugen.

Hier stehen bewusst keine StructureMaps. Die Datenintegration eines Datenintegrationszentrums läuft über eigene ETL-Strecken, und eine FHIR-Mapping-Engine gehört selten dazu. Eine StructureMap würde eine Transformation beschreiben, die die meisten Standorte gar nicht ausführen könnten. Stattdessen steht die Abbildung hier deklarativ — umsetzbar in der Technologie, die eure Strecke ohnehin verwendet.

Profile: was aus was wurde

Profil STU2 STU3
UntersuchteRegion …/StructureDefinition/region-studied entfallen — siehe GenomicStudy unten
ErgebnisZusammenfassung eigene Observation entfallen — geht in DiagnosticReport.conclusionCode auf
Variante …/variant …/variant — Basis unverändert, Komponenten umbenannt
Mikrosatelliteninstabilität direkt von Observation über MII_PR_MolGen_MolekularerBiomarker
Mutationslast direkt von Observation über MII_PR_MolGen_MolekularerBiomarker
MolekulareKonsequenz — neu, von …/molecular-consequence
GenomicStudy — neu, von …/genomic-study (eine Procedure)
GenomicStudyAnalysis — neu, von …/genomic-study-analysis (eine Procedure)

Zu den zwei Stufen bei den Biomarkern: MSI und Mutationslast erben nicht direkt vom STU3-Profil molecular-biomarker. Sie erben von MII_PR_MolGen_MolekularerBiomarker dieses Moduls, und dieses erbt von STU3. Praktisch ist die Folge dieselbe — siehe die Kategorie-Anforderung unten —, aber eine Profilbindung gegen das STU3-Canonical greift nicht.

Komponenten in Variante

Die Slice-Namen haben sich geändert; in einer Instanz erkennt man eine Komponente am code, deshalb bleibt das meiste in den Daten unsichtbar:

Komponente LOINC Was sich geändert hat
DNA-Änderung (c.HGVS) 48004-6 unverändert
Transkript-Referenz 51958-7 unverändert
Aminosäure-Änderung 48005-3 unverändert
Art der Aminosäure-Änderung 48006-1 aus dem Profil entfernt
Molekulare Konsequenz verschiedene verlagert in eine eigene MolekulareKonsequenz-Observation

Drei Slices haben den Präfix representative- bekommen — coding-hgvs, transcript-ref-seq und protein-hgvs. Das betrifft nur, wer Slices namentlich referenziert, etwa in eigenen abgeleiteten Profilen oder in FHIRPath; Instanzdaten bleiben unberührt.

Die zusätzliche Kategorie bei MSI und Mutationslast

Weil beide jetzt unter einem Biomarker-Profil hängen, brauchen sie neben laboratory eine zweite category:

"category": [
  { "coding": [{ "system": "http://terminology.hl7.org/CodeSystem/observation-category",
                 "code": "laboratory", "display": "Laboratory" }] },
  { "coding": [{ "system": "http://hl7.org/fhir/uv/genomics-reporting/CodeSystem/tbd-codes-cs",
                 "code": "biomarker-category",
                 "display": "A characterization of a given biomarker observation." }] }
]

Auf das zweite System achten: die Biomarker-Kategorie kommt aus dem Clinical-Genomics-tbd-codes-cs, nicht aus observation-category. STU3 fordert beide Slices mit 1..1, eine Instanz mit nur laboratory fällt also durch die Validierung. Das ist der häufigste Fehler beim Überführen von Daten der 2025er-Linie.

Weg 1 — aus UntersuchteRegion wird GenomicStudy

STU2 hielt die untersuchten Regionen als Komponenten einer Observation fest. STU3 ersetzt das durch ein Procedure-Paar: eine GenomicStudy, die orchestriert, und eine oder mehrere GenomicStudyAnalysis-Schritte, die die Details tragen.

Vorher:

{
  "resourceType": "Observation",
  "meta": { "profile": ["…/mii-pr-molgen-untersuchte-region"] },
  "component": [{
    "code": { "coding": [{ "code": "48018-6" }] },
    "valueCodeableConcept": { "coding": [{ "code": "HGNC:1097", "display": "BRAF" }] }
  }]
}

Nachher — die untersuchte Region wandert in die Extension genomic-study-analysis-regions eines Analyseschritts:

{
  "resourceType": "Procedure",
  "meta": { "profile": ["…/mii-pr-molgen-genomic-study-analysis"] },
  "extension": [{
    "url": ".../genomic-study-analysis-regions",
    "extension": [{
      "url": "studied",
      "valueCodeableConcept": { "coding": [{ "code": "HGNC:1097", "display": "BRAF" }] }
    }]
  }]
}

Die minimal tragfähige Migration ist genau das: ein Analyseschritt je bisheriger UntersuchteRegion, mit denselben Gen-Codes. Alles Weitere, was GenomicStudyAnalysis bietet — Sequenzierer und Pipeline als Device, Methodentyp, Lesetiefe und Abdeckung, Probe, Ein- und Ausgabedateien — ist optional und lohnt nur dort, wo das Quellsystem es tatsächlich vorhält.

Zu bedenken: regions-studied ist das, womit eine Abfrage nicht gefunden von nicht gesucht unterscheiden kann. Wenn eure STU2-Daten untersuchte Regionen festgehalten haben, nehmt sie mit — sie wegzulassen kostet genau diese Unterscheidung.

Weg 2 — aus ErgebnisZusammenfassung wird conclusionCode

Vorher: eine eigene Observation, referenziert aus DiagnosticReport.result.

{ "resourceType": "DiagnosticReport",
  "result": [{ "reference": "Observation/ergebnis-zusammenfassung-1" }] }

{ "resourceType": "Observation", "id": "ergebnis-zusammenfassung-1",
  "valueCodeableConcept": { "coding": [{ "code": "LA6576-8", "display": "Positive" }] } }

Nachher: der Code wandert an den Befund selbst, die Observation entfällt.

{ "resourceType": "DiagnosticReport",
  "conclusionCode": [{ "coding": [{ "code": "LA6576-8", "display": "Positive" }] }] }

Dabei den nun ins Leere zeigenden result-Eintrag entfernen, nicht nur den conclusionCode ergänzen.

Weg 3 — umbenannte Slices in Variante

Nur relevant, wer Slice-Namen referenziert. In den Instanzdaten ändert sich nichts, weil Komponenten über den code identifiziert werden:

STU2-Slice STU3-Slice
coding-hgvs representative-coding-hgvs
transcript-ref-seq representative-transcript-ref-seq
protein-hgvs representative-protein-hgvs

Checkliste

Vorbereitung

  • Aktuelles Paket ziehen und den Changelog der Zielversion lesen.
  • Feststellen, welche Profile ihr tatsächlich erzeugt. Die meisten Standorte nutzen einen Bruchteil des Moduls.
  • Alle Instanzen finden, die untersuchte-region oder ergebnis-zusammenfassung in meta.profile tragen — das sind die beiden, die sich nicht mechanisch überführen lassen.

Während der Migration

  • Die zweite category bei MSI- und Mutationslast-Instanzen ergänzen.
  • Jede UntersuchteRegion in eine GenomicStudy plus mindestens eine GenomicStudyAnalysis aufteilen und die untersuchten Regionen erhalten.
  • Jeden ErgebnisZusammenfassung-Wert nach DiagnosticReport.conclusionCode überführen und die Observation samt result-Referenz löschen.
  • Molekulare Konsequenzen aus Variante in eine eigene MolekulareKonsequenz auslagern.

Danach

  • Gegen das veröffentlichte Paket validieren; welche Profile dieses Modul deklariert und mit welcher Erwartung, steht auf der Seite Capability Statements.
  • Die Ausgabe nach verbliebenen STU2-Canonicals durchsuchen — untersuchte-region, ergebnis-zusammenfassung, region-studied —, bevor die Migration als erledigt gilt.