MII Implementierungsleitfaden Kerndatensatz Basis
2027.0.0-ballot -
Germany
This page is part of the MII Implementation Guide Core Dataset Base (v2027.0.0-ballot: 2027 Ballot 1) based on FHIR (HL7® FHIR® Standard) R4. This is the current published version in its permanent home (it will always be available at this URL). For a full list of available versions, see the Directory of published versions
Diese Seite dokumentiert Anforderungen, die für alle MII-Akteure in diesem Leitfaden gelten. Die verwendeten Konformitätsverben - MUSS, SOLL, KANN - sind in den FHIR Conformance Rules definiert.
Die Seite Profile und Extensions listet die für diesen Implementierungsleitfaden definierten MII-Profile auf. MII-Profil-StructureDefinitions definieren die minimalen Elemente, Extensions, Vokabulare und ValueSets, die vorhanden sein MÜSSEN, und schränken ein, wie die Elemente bei Verwendung des Profils verwendet werden.
Die MII-Profilelemente umfassen verpflichtende und Must Support Anforderungen. Verpflichtende Elemente sind erforderlich und haben eine Mindest-Kardinalität von 1 (min=1). Must Support Element Server- und Client-Erwartungen werden von der MII definiert. Die Seite Must Support definiert die Server- und Client-Erwartungen für die Verarbeitung dieser Elementanforderungen und veranschaulicht, wie sie angezeigt und dokumentiert werden.
Die Seite CapabilityStatements zeigt Konformitätsanforderungen und -erwartungen für MII-Server und Client-Anwendungen. Die MII-CapabilityStatements identifizieren die spezifischen Profile und RESTful-Transaktionen, die unterstützt werden müssen. Die MII-Profile identifizieren die strukturellen Einschränkungen, Terminologiebindungen und Invarianten. Implementierer müssen die CapabilityStatements für Details zu den RESTful-Transaktionen, spezifischen Profilen und den für jeden MII-Akteur anwendbaren Suchparametern konsultieren.
Die MII-Kerndatensatz-Spezifikationen basieren, wo möglich, auf internationalen Standards und Terminologien. Insbesondere werden folgende Standards hervorgehoben:
Alle Elemente des Kerndatensatzes, angepasst an die Details und Anforderungen für die Anwendungsfälle der Medizininformatik-Initiative, werden nachfolgend in Form von FHIR StructureDefinitions beschrieben. Die Notwendigkeit der Anpassung der FHIR-Profile wird auf jeder Profilseite in Textform erläutert.
Anforderungen in dieser Spezifikation werden durch die folgenden Schlüsselwörter angezeigt, die in Großbuchstaben geschrieben sind und auf RFC-2119 basieren:
| Deutsch | Englisch | Bedeutung |
|---|---|---|
| MUSS / MÜSSEN | MUST / SHALL | Erforderlich, verpflichtend |
| DARF NICHT / DÜRFEN NICHT | MUST NOT / SHALL NOT | Verboten |
| VERPFLICHTEND | REQUIRED | Durch Spezifikation erforderlich |
| SOLL / SOLLEN | SHOULD | Empfohlen |
| SOLL NICHT / SOLLEN NICHT | SHOULD NOT | Nicht empfohlen |
| EMPFOHLEN | RECOMMENDED | Empfohlen |
| KANN / OPTIONAL | MAY | Optional |
Systeme können ein oder mehrere MII-Profile zur Repräsentation klinischer Informationen bereitstellen und unterstützen. Sie verwenden das Inhaltsmodell des Profils ohne Erwartung, die MII-Interaktionen zu implementieren.
Um ein MII-Profil zu unterstützen:
CapabilityStatement.rest.resource.supportedProfile des Servers einschließt
Systeme können ein oder mehrere MII-Profile zur Darstellung klinischer Informationen bereitstellen und unterstützen und die für diese Ressourcen definierten RESTful-Interaktionen unterstützen.
Ein konformer Server:
CapabilityStatement.instantiates des Servers einschließtCapabilityStatement.rest.resource.supportedProfile des Servers einschließenDie folgenden Regeln fassen die durch FHIR Terminology definierten Anforderungen für kodierte Elemente (CodeableConcept-, Coding- und code-Datentypen) zusammen.
Required binding zu einer ValueSet-Definition bedeutet, dass einer der Codes aus dem angegebenen ValueSet verwendet werden MUSS. Für CodeableConcept, das mehrere Codierungen und ein Textelement zulässt, gilt diese Regel für mindestens eine der Codierungen, und nur Text ist nicht gültig.
Bei Beanspruchung der Konformität zu einem Profil mit Required Bindings:
Extensible binding bedeutet, dass einer der Codes aus dem angegebenen ValueSet verwendet werden MUSS, wenn ein anwendbares Konzept vorhanden ist. Wenn kein geeigneter Code im ValueSet existiert, können alternative Code(s) angegeben werden. Für CodeableConcept, das mehrere Codierungen und ein Textelement zulässt, gilt diese Regel für mindestens eines der Codings. Wenn nur Text verfügbar ist und dieser keine konzeptionelle Überschneidung mit den gebundenen codierten Werten hat, kann nur Text verwendet werden.
Bei Beanspruchung der Konformität zu einem Profil mit Extensible Bindings:
Alternative Codes können zusätzlich zu den in Required- oder Extensible-ValueSets definierten Standardcodes bereitgestellt werden. Diese alternativen Codes werden als "zusätzliche Codierungen" bezeichnet. Sie können in ihrer Bedeutung dem Standard-Konzeptcode entsprechen oder enger gefasst sein.
Beispielsweise kann eine Diagnose sowohl einen ICD-10-GM-Code als auch einen SNOMED CT-Code enthalten:
"code": {
"coding": [
{
"system": "http://fhir.de/CodeSystem/bfarm/icd-10-gm",
"code": "E11.90",
"display": "Diabetes mellitus, Typ 2, ohne Komplikationen"
},
{
"system": "http://snomed.info/sct",
"code": "44054006",
"display": "Diabetes mellitus type 2"
}
]
}
Es gibt Situationen, in denen Informationen zu einem bestimmten Datenelement fehlen und das Quellsystem den Grund für das Fehlen der Daten nicht kennt. Siehe die Seite Fehlende Daten für detaillierte Leitlinien zum Umgang mit fehlenden Daten in MII-Profilen.
Für alle unterstützten Suchinteraktionen in diesem Leitfaden:
POST-basierte Suche unterstützenGET-basierte Suche unterstützenBei der Suche mit verschiedenen Suchparametertypen:
date und auf die Sekunde + Zeitverschiebung für Elemente des Datentyps dateTime bereitstellendate und auf die Sekunde + Zeitverschiebung für Elemente des Datentyps dateTime unterstützenEin FHIR-Modifier-Element ist ein Element, das die Bedeutung eines Ressourcenelements modifiziert. Obwohl Server und Clients in der Lage sein MÜSSEN, verpflichtende oder Must Support Elemente zu verarbeiten, sind nicht alle Modifier-Elemente verpflichtend oder Must Support, und es besteht keine Anforderung, sie zu unterstützen.
FHIR-Clients müssen sich unerwarteter Modifier-Elemente in den empfangenen Daten bewusst sein, da diese die Bedeutung der Daten verändern können und bei unsachgemäßer Handhabung potenziell zu Fehlern oder sogar Sicherheitsrisiken führen können. Sofern ein Client nicht feststellt, dass er sie sicher verarbeiten kann, ist die Ablehnung typischerweise die einzige sichere Maßnahme, wenn unerwartete Modifier-Elemente vorhanden sind.
Einige Beispiele für Modifier, die in MII-Profilen möglicherweise keine Must Support Elemente sind:
modifierExtension-Element, das allen Profilen gemeinsam istObservation.valueQuantity.comparatorPatient.activeImplementierer SOLLEN die Profilseiten sorgfältig überprüfen, um zu verstehen, welche Elemente Modifier sind und wie sie die Interpretation der Ressource beeinflussen.
Quellsysteme können technische Storno- oder Löschkennzeichen (z.B. ein SAP-Storno-Flag) für Kontakte, Bewegungen, Diagnosen, Prozeduren, Dokumente und andere Datensätze verwenden. Ein solches Kennzeichen ist selbst kein FHIR-Lebenszyklusstatus und kann nicht ressourcenübergreifend einheitlich abgebildet werden. Seine Bedeutung kann von einem geplanten, aber nicht stattgefundenen Ereignis über eine unterbrochene Aktivität bis hin zu einem Duplikat oder einem anderweitig fehlerhaften Datensatz reichen.
Der Zeitpunkt, zu dem das Storno erfasst wurde, reicht nicht aus, um einen FHIR-Status auszuwählen. Insbesondere belegt ein nach dem geplanten Beginn erfasstes Storno nicht, dass ein Kontakt oder eine Prozedur begonnen hat. Implementierer SOLLEN die fachliche Bedeutung für jedes Quellsystem, jeden Quellobjekttyp und, soweit vorhanden, jeden Stornogrund ermitteln und dokumentieren. Eine generische Regel, die jedes Storno-Kennzeichen aus einem Quellsystem auf cancelled oder entered-in-error abbildet, SOLL NICHT verwendet werden.
Die folgende Tabelle wendet diese Unterscheidung auf die Profile dieses Leitfadens an:
| Bedeutung im Quellsystem | Abbildung in FHIR R4 | Interpretation |
|---|---|---|
| Der Datensatz wurde irrtümlich angelegt und hätte nie Teil der Patientenakte sein sollen, z.B. wegen einer doppelten Erfassung oder einer Zuordnung zur falschen Person | Encounter.status = entered-in-error; Procedure.status = entered-in-error; oder Condition.verificationStatus = entered-in-error |
Die Ressource ist ungültig und SOLL von der regulären klinischen und wissenschaftlichen Nutzung ausgeschlossen werden. Bei einer Condition mit entered-in-error DARF Condition.clinicalStatus NICHT vorhanden sein. |
| Ein korrekt geplanter Kontakt hat nicht begonnen, einschließlich Nichterscheinen der Patientin oder des Patienten | Encounter.status = cancelled |
Der Kontakt hat nicht stattgefunden. Dies gilt unabhängig davon, ob das Storno vor oder nach dem geplanten Beginn erfasst wurde. |
| Ein Kontakt hat begonnen und wurde anschließend beendet, auch früher als geplant | Encounter.status = finished; vorangegangene Lebenszyklusphasen KÖNNEN über Encounter.statusHistory abgebildet werden |
Der Kontakt hat stattgefunden und SOLL NICHT als cancelled abgebildet werden. In FHIR R4 gibt es für Encounter keinen Status discontinued. |
| Die Hauptaktivität einer Prozedur hat nicht begonnen; Vorbereitungen können stattgefunden haben | Procedure.status = not-done; Procedure.statusReason verwenden, wenn der Grund bekannt ist |
Die Prozedur wurde nicht durchgeführt. |
| Eine Prozedur wurde vorübergehend unterbrochen und soll fortgesetzt werden | Procedure.status = on-hold; Procedure.statusReason verwenden, wenn der Grund bekannt ist |
Der Status ist nicht terminal; die Prozedur soll fortgesetzt werden. |
| Eine Prozedur wurde endgültig beendet, nachdem ein Teil der Hauptaktivität stattgefunden hat | Procedure.status = stopped; Procedure.statusReason verwenden, wenn der Grund bekannt ist |
Die Prozedur hat zumindest teilweise stattgefunden und SOLL NICHT als not-done behandelt werden. |
| Eine Diagnose wurde aufgrund diagnostischer und klinischer Evidenz ausgeschlossen | Condition.verificationStatus = refuted |
Dies ist eine gültige negative klinische Aussage und kein fehlerhafter Datensatz. |
| Eine zuvor gültige Diagnose ist nicht mehr aktiv | Den zutreffenden Condition.clinicalStatus verwenden, z.B. inactive, remission oder resolved |
Die Diagnose bleibt eine gültige historische Diagnose und ist kein fehlerhafter Datensatz. |
| Die Bedeutung des Storno-Kennzeichens aus dem Quellsystem kann nicht ermittelt werden | Es gibt keine sichere generische Statusabbildung | Der Datensatz SOLL NICHT mit einem Status exportiert werden, der Gültigkeit oder Durchführung behauptet. unknown ist kein Synonym für ein Storno-Kennzeichen und SOLL nur verwendet werden, wenn seine Definition für die jeweilige Ressource zutrifft. |
Für nicht in der Tabelle aufgeführte Ressourcentypen SOLLEN Implementierer die ressourcenspezifischen Lebenszyklus- und Statusdefinitionen von FHIR R4 anwenden, anstatt eine Abbildung von einem anderen Ressourcentyp zu übertragen.
Wenn bereits vor der Initialbefüllung bekannt ist, dass ein Quelldatensatz eine fehlerhafte Eingabe darstellt, und keine Audit-Anforderung seine Abbildung im FHIR-Zielsystem erfordert, SOLL der Datensatz im ETL-Prozess herausgefiltert und nicht in das Zielsystem geladen werden. Ein abgesagter geplanter Kontakt oder eine nicht durchgeführte Prozedur kann dagegen eine relevante Information sein und KANN mit dem entsprechenden FHIR-Status geladen werden.
Wird das Storno erst bekannt, nachdem die Ressource bereits in das FHIR-Zielsystem geladen wurde, SOLL ein nachfolgender ETL- oder Korrekturlauf sicherstellen, dass der aktuelle Datenbestand keinen unzutreffenden Zustand mehr enthält. Sofern ein fachlich korrekter FHIR-Status vorhanden ist, SOLL die bestehende Ressource unter Beibehaltung ihrer logischen ID aktualisiert werden. Wenn keine sichere Statusabbildung existiert, SOLL die Ressource aus dem aktuellen Datenbestand entfernt werden, z.B. über die FHIR-RESTful-Interaktion delete, sofern das Zielsystem diese unterstützt und lokale Aufbewahrungs- und Audit-Anforderungen dies zulassen. Aktualisierungen und Löschungen SOLLEN in nachgelagerte oder replizierte Datenbestände propagiert werden. Ein Statuswert SOLL NICHT lediglich als Ersatz für eine technisch aufwendige Löschung ausgewählt werden. Diese Leitlinie begründet keine zusätzlichen Anforderungen an die RESTful-Interaktionen update oder delete; die MII-CapabilityStatements definieren die von diesem Leitfaden geforderten Interaktionen.
Statusänderungen gelten für jede Ressource einzeln und werden nicht automatisch über Referenzen weitergegeben. Beispielsweise bestimmt die Kennzeichnung einer Encounter-Ressource als entered-in-error nicht von selbst den Status verknüpfter Condition- oder Procedure-Ressourcen; jede verknüpfte Ressource SOLL anhand ihrer eigenen Quellinformationen und ihrer fachlichen Bedeutung bewertet werden.
Status- und Verifikationselemente, die Modifier-Elemente sind, dürfen nicht ignoriert werden. Abfragen, Exporte und Auswertungen SOLLEN deshalb ressourcenspezifische Filter definieren und dokumentieren. Mit entered-in-error gekennzeichnete Datensätze SOLLEN standardmäßig ausgeschlossen werden. Andere Status erfordern eine anwendungsfallspezifische Behandlung: cancelled und not-done repräsentieren keine durchgeführten Ereignisse, stopped kann eine teilweise durchgeführte Aktivität abbilden und refuted ist eine gültige Aussage darüber, dass eine Diagnose ausgeschlossen wurde.
Weitere Details enthalten die FHIR-R4-Hinweise zum Ressourcenlebenszyklus und entered-in-error, die Implementer's Safety Check List sowie die Definitionen der Status für Encounter, Ereignisse und die Verifikation von Conditions.
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