MII Implementation Guide Soziodemographie
2027.0.0-ballot - Germany

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Guidance for Implementers

Einordnung im Gesamtprojekt / Bezüge zu anderen Modulen

Einordnung in den Kerndatensatz

Das Modul Soziodemographische Daten ist als Erweiterungsmodul des MII-Kerndatensatzes konzipiert. Das zugrunde liegende Informationsmodell wurde mit dem Projekt PCOR-MII abgestimmt.

Das Modul ergänzt medizinische, diagnostische und administrative Informationen um den sozialen und ökonomischen Kontext der betroffenen Person. Es soll nicht als isolierter Datensatz verstanden werden, sondern als kontextgebende Ergänzung zu den übrigen Modulen des Kerndatensatzes.

Bezug zum Modul Person

Das Modul ist eng mit dem KDS-Modul Person verbunden. Die Datenerhebung Soziodemographie wird einer Person zugeordnet und kann im Zeitverlauf mehrfach für dieselbe Person dokumentiert werden.

Bestimmte personenbezogene Angaben werden im Rahmen des Moduls Person erweitert. Dazu gehören:

  • Postleitzahl;
  • Erstsprache;
  • Geburtsland;
  • Staatsangehörigkeit.

Bezug zum Modul Intensivmedizin

Das Modul weist ebenfalls eine Verbindung zum KDS-Modul Intensivmedizin auf. Die Merkmale Körpergröße und Körpergewicht stehen dort bereits zur Verfügung.

Bezug zu klinischen und versorgungsbezogenen Modulen

Soziodemographische Daten können gemeinsam mit Diagnosen, Prozeduren, Medikation, Laborwerten, Vitaldaten und weiteren klinischen Informationen ausgewertet werden. Sie dienen dabei nicht primär der medizinischen Klassifikation, sondern der Kontextualisierung und stratifizierten Analyse dieser Daten.

Beispielsweise können soziodemographische Merkmale genutzt werden, um:

  • Unterschiede in der Inanspruchnahme von Versorgung zu untersuchen;
  • Behandlungsergebnisse zwischen sozialen Gruppen zu vergleichen;
  • mögliche Verzerrungen in Studienpopulationen zu erkennen;
  • die Übertragbarkeit von Ergebnissen auf die Versorgungspopulation einzuschätzen;
  • Zusammenhänge zwischen Lebenssituation und Versorgungserfolg zu analysieren.

Die Nutzung als Analysemerkmal sollte dabei nicht automatisch als kausale Interpretation verstanden werden. Soziodemographische Merkmale können je nach Fragestellung Confounder, Effektmodifikatoren, Expositionsmerkmale oder reine Beschreibungskriterien sein.

Referenzen

  • GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften. Demographische Standards 2024. Mannheim: GESIS; 2024.

  • International Organization for Standardization. ISO 3166-1: Codes for the representation of names of countries and subdivisions – Part 1: Country codes.

  • International Organization for Standardization. ISO 639: Codes for the representation of names of languages.

  • Does Healthcare Deliver?: Results from the Patient-Reported Indicator Surveys (PaRIS) OECD Publishing, Paris, OECD 2025, https://doi.org/10.1787/c8af05a5-en.

  • Soziodemografische und erwerbsbezogene Merkmale in der NAKO Gesundheitsstudie. Dragano, N., Reuter, M., Greiser, K.H. et al., Bundesgesundheitsbl 63, 267–278, 2020, https://doi.org/10.1007/s00103-020-03098-8

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Schwerbehindertenausweisverordnung, insbesondere § 2–3.