MII Implementation Guide Microbiology
2027.0.0-ballot2 -
Germany
MII Implementation Guide Microbiology - Local Development build (v2027.0.0-ballot2) built by the FHIR (HL7® FHIR® Standard) Build Tools. See the Directory of published versions
Ballotfrage 1 — können Sie zu jedem Befund eine Specimen-Ressource liefern?
Jedes Untersuchungsprofil dieses Moduls verlangt Observation.specimen, wie die
HL7 EU Lab Semantic Workgroup es auch tut — sie verlangt eine ausdrückliche
Specimen-Ressource selbst dann, wenn der LOINC-Code das Material bereits trägt.
Aus der deutschen Laborpraxis kommt die Rückmeldung, dass eine
Specimen-Ressource häufig nicht erzeugt wird. Trifft das breit zu, weisen die
beiden Auswege in entgegengesetzte Richtungen: Observation.specimen auf 0..1
lockern und präkoordinierte LOINC-Codes das Material tragen lassen, oder die
Pflicht beibehalten und hinnehmen, dass manche Sender nicht konform sein
können.
Proben werden über Probe
abgebildet, das von
MII_PR_Biobank_Specimen_Bioprobe_Core
aus dem MII Modul
Biobank
ableitet — einem Basisprofil, das genau dafür geschrieben ist, dass Module davon
ableiten statt es direkt zu implementieren. Observation.specimen jedes
Untersuchungsprofils verweist darauf.
Für die mikrobiologischen Anwendungsfälle sind dabei insbesondere folgende Elemente relevant:
Specimen.type[sct]
Soll mit dem Probentyp befüllt werden. Dies gilt auch dann, wenn die
Materialangabe bereits im verwendeten LOINC-Code präkoordiniert
enthalten ist, um den Probentyp strukturiert und unabhängig vom
Observation-Code verfügbar zu machen.
Specimen.collection.collected[x]
Gibt den Zeitpunkt der Probenentnahme an. Ist dieser nicht bekannt,
kann ersatzweise der Zeitpunkt des Probeneingangs dokumentiert
werden.
Specimen.parent
Bildet die Beziehung zu dem Specimen ab, aus dem ein anderes
Specimen abgeleitet oder entnommen wurde, z. B. bei
weiterverarbeiteten oder aus Primärproben gewonnenen Materialien.
Specimen.processing: FärbungBis 2027.0.0-ballot.rc2 verlangte das Bioproben-Basisprofil die Extension
temperaturbedingungen an jedem Specimen.processing-Element — eine Pflicht aus
der Lagerung von Bioproben, ohne Aussage für die Aufarbeitung im Labor, und eine,
die ein abgeleitetes Profil nicht lockern konnte. Dieser Leitfaden hat sie als
Ballotfrage aufgeworfen; das Basisprofil hat sie in seinem 2027.0.0-ballot, von
dem dieses Modul jetzt abhängt, auf 0..1 gelockert, und damit ist die Frage
erledigt.
Die Färbetechnik wird dennoch nicht unter
Specimen.processing.procedure angegeben, wie die HL7 EU Lab Semantic Workgroup
es vorschlägt, sondern in einer Extension an der Observation,
extension[faerbung], mit
denselben Codes — siehe
Mikroskopie, wo
Ballotfrage 2 die Begründung enthält.
Ballotfrage 3 — ist die Bebrütung über Specimen.processing darstellbar?
FHIR sieht sie dort vor und die MII hat die Bausteine, die Modellierung ist also
geklärt. Wir fragen, ob sie an Ihrem Standort umsetzbar ist.
Die Elemente, gemessen an R4 Core und am Biobank-Modul am 2026-09-10:
Specimen.processing.time[x] als Period. Specimen.processing
hat kein eigenes Duration-Element (Specimen.collection.duration meint die
Entnahme), Start und Ende sind also die FHIR-eigene Form. Genau das verlangt
das europäische Datenmodell, wenn es zu seinem Kandidaten-Code 80581-2
vermerkt „mandates for start/enddate" — mit einem Period ist die Anforderung
erfüllt und kein neuer LOINC-Code nötig.MII_EX_Biobank_Temperaturbedingungen, deren
Context Specimen.processing ist und deren Wert ein Range ist. Das richtige
Element und der richtige Datentyp für „35–37 °C", und seit dem
2027.0.0-ballot des Basisprofils optional.Wird keine Specimen-Ressource
erzeugt (Ballotfrage 1), ist Specimen.processing unerreichbar, und die
Alternative wären Extensions auf Observation.method, die das Verfahren in der
Ressource qualifizieren, die das Ergebnis berichtet. Dieses Modul bildet die
Bebrütung nicht ab, solange die Antwort fehlt.