MII IG Kerndatensatz-Modul Biobank
2027.0.0-ballot -
Germany
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Das Modul Biobank bildet die für die biomedizinische Forschung relevanten Informationen zu Bioproben ab: ihre Art und Herkunft, ihre präanalytische Verarbeitung, ihre Lagerung sowie die verwaltende Organisationseinheit. Es unterstützt damit zwei zentrale Anwendungsfälle für Forschende: die Machbarkeitsprüfung ("Gibt es passende Proben für mein Vorhaben, und wie viele?") und die Bewertung der Probenqualität für die geplante Analyse.
Je nach Fragestellung könnten insbesondere folgende Angaben aus dem Modul von Interesse sein:
Specimen.type) – z. B. Vollblut, Serum, Plasma, Gewebe (FFPE oder Cryo), DNA/RNA, Urin. Die Kodierung erfolgt standardisiert mit SNOMED CT, sodass Probentypen standortübergreifend vergleichbar und maschinell durchsuchbar sind.Specimen.bodySite) – kodiert mit SNOMED CT oder, insbesondere bei onkologischen Fragestellungen, mit ICD-O-3.Specimen.processing), (z. B. Zentrifugation, Verarbeitungsart, Einfrieren). Diese Angaben können hilfreich sein, um einzuschätzen, ob eine Probe für ein bestimmtes Analyseverfahren (z. B. Multiomics, Proteomics) geeignet ist.Specimen.container, Lagerprozesse mit Temperatur, Beginn/Ende) – kann bei der Einschätzung der Probenqualität bei langer Lagerdauer oder mehrfachem Auftau-/Einfrierzyklus helfen.Auch Zelllinien und Organoide können als abgeleitete Probentypen erfasst werden. Technisch werden sie wie normale Bioproben behandelt, die einige extra Informationen (z.B. zum Karyotyp) enthalten können.
Klinische Daten zur Probe (z. B. Diagnose, Vorbehandlung, Laborwerte des Spenders/der Spenderin) gehören nicht zum Modul Biobank, sondern werden über die entsprechenden Fachmodule bereitgestellt (u. a. Diagnose, Prozedur, Labor, Onko, Patho, MolGen) und über den Patient- bzw. Fall-Bezug mit der Probe verknüpft. Für eine vollständige Machbarkeitsanfrage – z. B. "Serumproben von Patient:innen mit Diagnose X, entnommen vor Therapiebeginn" – müssen Daten aus dem Biobank-Modul also mit denen der klinischen Module kombiniert werden.
Für standortübergreifende Machbarkeitsanfragen zu Bioproben und assoziierten Daten dient das Forschungsdatenportal für Gesundheit (FDPG) als zentrale, im Rahmen der Medizininformatik-Initiative entwickelte Anlaufstelle. Das Modul Biobank liefert die technische Grundlage, damit diese Angaben aus den lokalen Systemen konsistent und semantisch interoperabel bereitgestellt werden können.