MII IG PRO
2027.0.0-ballot.1 -
Germany
This page is part of the MII Implementation Guide PRO (v2027.0.0-ballot.1: 2027 Ballot 5) based on FHIR (HL7® FHIR® Standard) R4. This is the current published version in its permanent home (it will always be available at this URL). For a full list of available versions, see the Directory of published versions
Status: Konzept für das Arbeitsprogramm 2027. Nichts auf dieser Seite ist implementiert; sie beschreibt das Zielbild, auf das die Modul-Architektur hin gebaut wird, und die noch offenen Entscheidungen.
Heute erreichen die Instrumente die Implementierenden ausschließlich zur Build-Zeit, als versioniertes FHIR-Package. Für Validierung und Reproduzierbarkeit ist das richtig — und für alles andere strukturell zu langsam: Ein korrigierter Item-Wortlaut, ein neu lizenziertes Instrument oder eine aktualisierte Antwortskala erreicht einen Renderer erst mit dem nächsten Package-Upgrade des Standorts. Jeder Standort klärt Lizenzen separat, jedes ePRO-System hält eigene Kopien, und niemand kann sagen, welche Fragebogenversion wo tatsächlich im Einsatz ist. Der Fragebogenkatalog (CodeSystem mii-cs-pro-questionnaire-catalogue) benennt die Instrumente — aber ein Namensregister ist kein Verteilkanal.
Ein nationaler Fragebogenserver: ein FHIR-Endpunkt, in der Rolle analog zum zentralen Terminologieserver, der die definitorischen Ressourcen des Moduls zur Laufzeit bereitstellt —
| Ressource | Rolle auf dem Server |
|---|---|
| Questionnaire | die Instrumente, jede publizierte Version, Capability-Varianten |
| CodeSystem / ValueSet | die Antwortskalen mit ihren ordinalen Gewichten |
| ObservationDefinition | Score-Definitionen inkl. Referenzintervallen |
| Library (CQL) | die maßgebliche Scoring-Logik (Kanal B) |
| ConceptMap | linkId-Brücken und später Score-Crosswalks |
Clients lösen über Canonical URL und Version auf (Questionnaire?url=…&version=…), entdecken über Katalogcode und Capability — genau dafür existieren die SearchParameter des Moduls (z. B. mii-sp-pro-questionnaire-capabilities) — und erhalten immer den aktuellen publizierten Stand. Das Package fällt nicht weg: Es bleibt der reproduzierbare Schnappschuss für Validierung und Archiv; der Server ist die lebende Verteilung.
Library/$evaluate) will dort leben, wo die Libraries liegen; die Kolokation macht aus dem Server statt einer Dateiablage den maßgeblichen Scoring-Endpunkt.$next-question beantwortet — dieselbe Infrastruktur, eine Fähigkeit weiter.Das Konzept ist nicht nur Papier: Zwei BIH-CEI-Prototyp-Repositories implementieren den Schichtenschnitt für den PHQ-9 bereits Ende-zu-Ende — pro-library (die Inhaltsschicht) und fhir-sdc-questionnaire-service (die Diensteschicht, ein SDC-Form-Manager).
flowchart TB
subgraph N["Normative Schicht — dieses Modul"]
IG["MII PRO IG + versioniertes Package<br/>(reproduzierbarer Schnappschuss)"]
end
subgraph C["Inhaltsschicht — Prototyp: pro-library"]
LIB["FSH-Artefakte<br/>Questionnaires · ValueSets · CodeSystems · CQL"]
MAN["CRMI-Manifest<br/>(Library, type asset-collection —<br/>pinnt jede Artefaktversion)"]
LIB --- MAN
end
subgraph S["Diensteschicht — Prototyp: fhir-sdc-questionnaire-service"]
FM["SDC-Form-Manager-Container<br/>HAPI FHIR + SDC-IG + MII-PRO-IG eingebacken<br/>$package · $populate · $extract · $localize<br/>validiert gegen das SDC-Form-Manager-CapabilityStatement"]
end
subgraph K["Clients"]
R["Formular-Renderer / ePRO-App"]
E["KIS / Primärsystem"]
SC["Scoring-Service<br/>(Kanal B, Library/$evaluate)"]
end
IG -- "derivedFrom, versionierte Canonicals (…|version)" --> LIB
MAN -- "Release = gepinntes Manifest" --> FM
R -- "$package (Formular + Abhängigkeiten)" --> FM
E -- "Auflösung per canonical|version" --> FM
FM -- "Libraries kolokalisiert" --> SC
Die Arbeitsteilung ist genau die oben begründete: Das Package bleibt der reproduzierbare Schnappschuss (normative Schicht), das Inhaltsrepository trägt die Artefakte mit einem CRMI-Asset-Collection-Manifest als Release-Primitiv, und der Form-Manager ist der Laufzeit-Endpunkt — mit den SDC-Operationen, die ein Renderer tatsächlich aufruft. Die Prototypen beanspruchen bewusst keine normative Autorität; sie bauen die Infrastruktur, die eine künftige Autorität betreiben würde.
Der Terminologieserver ist die Analogie für das Betriebsmodell (zentral, governed, national erreichbar) — nicht für die Funktion. Ein FHIR-Terminologieserver liefert CodeSystems und ValueSets und beantwortet $expand und $validate-code; dort endet sein Vertrag. Was der Fragebogenserver braucht, ist genau das, was ein Terminologieserver nicht tut:
$package, kein $populate, kein $extract, kein $next-question,Library/$evaluate-Scoring.Beide Server sind Komplemente, keine Alternativen: Der Form-Manager löst seine Antwortskalen-ValueSets gegen den Terminologieserver auf, und beide sitzen im selben Vertrauens- und Betriebsmodell.
Die hier benannten Bausteine existieren im Modul heute: der Katalog-CodeSystem, die Capability-SearchParameter, durchgängig versionierte Canonicals, CQL-Libraries für EQ-5D/PHQ-9/PRO-CTCAE und die Drei-Kanal-Scoring-Architektur, in die sich der Server einfügen würde. Was nicht existiert, ist der Server selbst — daher: Konzept, 2027.