MII IG Kerndatensatz-Modul Onkologie
2027.0.0-ballot.1 - Germany

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Migration from v2026

Diese Seite enthält Übersetzungen aus der Originalsprache, in der der Leitfaden verfasst wurde. Informationen zu diesen Übersetzungen und Anweisungen zum Abgeben von Feedback zu den Übersetzungen finden Sie hier.

Diese Seite erläutert jeden Breaking Change der Version v2027.0.0 gegenüber v2026.0.3 — einzeln, mit Auswirkung und Migrationsweg. Sie ergänzt die Änderungshistorie, die alle Änderungen chronologisch führt.

Warum diese Seite existiert: Das KDS-Kalender-Versionsschema (JJJJ.n.n) trägt kein Major-Signal wie SemVer — die Versionsnummer warnt niemanden. Dieser Text ist die Warnung.

Zwei Perspektiven werden je Eintrag getrennt betrachtet:

  • Bestandsdaten — validieren Instanzen, die gegen v2026.0.3 valide waren, weiterhin gegen v2027.0.0?
  • Implementierungen — was bricht in Clients und Servern, die gegen v2026.0.3 gebaut wurden, auch wenn jede gespeicherte Instanz valide bleibt?

Ab der zweiten formalen Publikation dieses Leitfadens wird der maschinell erzeugte Versionsvergleich des IG Publishers hier verlinkt, sodass Erläuterung und technischer Diff nebeneinanderstehen.


1. UICC-Präfixe y, r, a als modifierExtension

Was sich geändert hat. Die Präfixe y (während/nach multimodaler Therapie), r (Rezidiv) und a (Autopsie) werden nicht mehr im Kategorie-Wert mitgeführt und nicht mehr über eigene Symbol-Beobachtungen abgebildet, sondern als modifierExtension direkt an der jeweiligen T-, N- bzw. M-Kategorie: mii-ex-onko-tnm-y-praefix, mii-ex-onko-tnm-r-praefix, mii-ex-onko-tnm-a-praefix. Das c/p/u-Präfix bleibt reguläre Extension auf Observation.code — es benennt die Feststellungsmethode, nicht eine abweichende Interpretation.

Bestandsdaten. Kategorie-Instanzen ohne Präfix validieren unverändert (die modifierExtensions sind 0..1). Alt-Instanzen, die das Präfix über die Symbol-Profile führten, bleiben valide und lesbar — siehe Eintrag 7.

Implementierungen. Das ist der eigentliche Bruch: ypT2 ist nicht pT2. Verarbeitende Systeme MÜSSEN die modifierExtensions kennen; eine Kategorie darf nicht ohne Auswertung des Präfixes interpretiert werden. Ein System, das die Extension ignoriert, liest neoadjuvant vorbehandelte Befunde als unbehandelte.

Migration. Je vorhandener y-/r-/a-Symbol-Beobachtung die entsprechende modifierExtension an der referenzierten Kategorie setzen; das m-Symbol wird zur component[multipleTumoren] an der T-Kategorie (Component-Code LOINC 42030-7, Wert weiterhin aus dem UICC-CodeSystem). Der Schritt ist mechanisch und skriptbar, da die Symbol-Beobachtungen die Zielkategorie eindeutig referenzieren.

2. Karnofsky-/ECOG-LOINC-ConceptMaps korrigiert

Was sich geändert hat (GH #269). Die bisherigen LOINC-Antwortcodes der ConceptMaps waren systematisch falsch: Karnofsky um zehn LA-Nummern verschoben, ECOG mit falschen Prüfziffern. Zusätzlich binden die Leistungszustand-Profile valueCodeableConcept.coding[loinc] jetzt required an neue enumerierte Answer-ValueSets (entsprechend LL4986-7 bzw. LL529-9, GH #236).

Bestandsdaten. Instanzen, die die alten (falschen) LA-Codes aus den ConceptMaps übernommen haben, werden ungültig — der Code liegt außerhalb des required-Bindings. Fehlerbild: „code not in required value set" am LOINC-Coding des Wertes.

Implementierungen. Systeme, die die alten ConceptMap-Ziele einkodiert haben, verbreiten falsche Codes weiter und müssen auf die korrigierten Maps umstellen.

Migration. Bestandswerte über die korrigierten ConceptMaps (Karnofsky, ECOG) umkodieren. Die Zuordnung ist 1:1 und verlustfrei — jeder alte Code hat genau einen korrigierten Nachfolger.

3. Onkologie-Kennzeichnung an der Diagnose verpflichtend

Was sich geändert hat. Condition.category trägt am Primärtumor- und am Früheren-Tumorerkrankung-Profil einen neuen Pflicht-Slice onkologie (1..1) mit SNOMED CT 55342001 „Neoplastic disease". Onkologische Diagnosen sind damit über Condition?category=http://snomed.info/sct|55342001 auffindbar. Das extensible Kern-Binding (problem-list-item / encounter-diagnosis) bleibt unberührt.

Bestandsdaten. Instanzen ohne diese Kategorie werden ungültig. Fehlerbild: „slice onkologie: minimum required = 1, but only found 0" an Condition.category.

Implementierungen. Suchlogik, die onkologische Diagnosen bisher anders identifizierte (etwa über ICD-Code-Bereiche), kann auf die Kategorie umstellen; bestehende Suchen bleiben funktionsfähig.

Migration. Jeder Bestandsinstanz das Coding http://snomed.info/sct|55342001 zu category hinzufügen — mechanisch, verlustfrei, skriptbar; bestehende category-Einträge bleiben stehen.

4. Gleason-Profile: code.coding gesliced

Was sich geändert hat (GH #259). code.coding war ungesliced; jetzt ist SNOMED CT verpflichtend (1..1) und LOINC optionale Zweitkodierung (0..1) — für Grade Group, Score gesamt und Pattern. Verifizierte LOINC-Codes: 94734-1 (Grade Group), 35266-6 (Score), 44641-9/44642-7/44643-5 (Pattern).

Bestandsdaten. Instanzen, deren code nur LOINC (oder gar nichts Kodiertes) trug, werden ungültig. Fehlerbild: „slice snomed: minimum required = 1" an Observation.code.coding.

Implementierungen. Lesende Systeme, die den Code bisher positionsbasiert (coding[0]) auswerteten, sollten auf Slice- bzw. System-basierte Auswertung umstellen.

Migration. Den zum jeweiligen Profil gehörenden SNOMED-Code ergänzen (er steht als Pattern im jeweiligen Profil auf dessen Artefaktseite); ein vorhandener LOINC-Code bleibt als Zweitkodierung stehen.

5. CTCAE-Katalogversion aus der MedDRA-Kodierung herausgelöst

Was sich geändert hat (oBDS 15.3). Die CTCAE-Katalogversion steht nicht mehr in AdverseEvent.event.coding[meddra].version, sondern in der neuen Extension mii-ex-onko-nebenwirkung-ctcae-version mit required-Bindung an die oBDS-Enumeration (4, 4.03, 5.0, Sonstige). Grund: coding.version bezeichnet die Version des CodeSystems, aus dem der Code stammt — das ist MedDRA (CTCAE v4.03 basiert auf MedDRA v12.0), nicht CTCAE. Die Vermischung machte die Codes gegen das ValueSet unauflösbar.

Bestandsdaten. Instanzen mit CTCAE-Version in coding.version bleiben formal valide (die Extension ist 0..1, coding.version ist nicht verboten) — aber oBDS-Feld 15.3 wird dort nicht mehr gelesen. Die Angabe selbst (etwa „Version 4") ist krebsregister-richtig — sie benennt die CTCAE-Version —, sie stand nur am falschen Ort: coding.version bezeichnet die Version des MedDRA-Katalogs, nicht des CTCAE-Katalogs.

Implementierungen. Systeme, die die CTCAE-Version aus coding.version lesen oder schreiben, müssen auf die Extension umstellen.

Migration. Den Wert aus event.coding[meddra].version in die Extension übertragen und coding.version entfernen. Register-übliche Schreibweisen wie „Version 4" werden dabei auf den Code der oBDS-XSD-Enumeration abgebildet (hier: 4, Display „CTCAE Version 4") — eine Formatangleichung, keine inhaltliche Korrektur.

6. Referenztypen gehärtet

Was sich geändert hat. Bisher generische Referenzen sind auf die fachlich zulässigen Profile eingeschränkt: Verlauf.hasMember (nur die sieben definierten Mitglieder statt beliebiger Observation), AdverseEvent.suspectEntity.instance (Strahlentherapie / Systemische Therapie / Medikation), Condition.extension:dueTo.valueReference, Residualstatus.partOf (Operation), TNM-synthetisiert.device (Device) und Tumorkonferenz.activity[extended].reference (die drei Therapieempfehlungs-Profile).

Bestandsdaten. Instanzen, deren Referenzziele die geforderten Profile nicht erfüllen, werden ungültig. Fehlerbild: „Unable to find a profile match … among choices" bzw. Typ-Fehler an der jeweiligen Referenz.

Implementierungen. Erzeugende Systeme müssen sicherstellen, dass Referenzziele die Zielprofile erfüllen — praktisch meist dadurch, dass die Zielinstanz das Profil in meta.profile deklariert und erfüllt.

Migration. Referenzziele prüfen; fachlich passende Ziele erfüllen die Profile in aller Regel bereits, dann genügt die meta.profile-Deklaration am Ziel. Referenzen auf fachfremde Ziele waren schon bisher inhaltlich falsch — für sie gibt es bewusst keinen Migrationspfad.

7. Symbol-Profile der TNM-Klassifikation deprecated

Was sich geändert hat. mii-pr-onko-tnm-y-symbol, -r-symbol, -a-symbol und -m-symbol stehen auf retired. Nachfolger sind die modifierExtensions (Eintrag 1) bzw. die component[multipleTumoren] an der T-Kategorie.

Bestandsdaten. Bleiben valide und lesbar — die Profile existieren weiter, hasMember am Panel nennt sie weiterhin. retired heißt: keine Weiterentwicklung, keine Verwendung in Neuimplementierungen.

Implementierungen. Neuimplementierungen verwenden ausschließlich die Extensions bzw. die Component. Lesende Systeme sollten übergangsweise beide Darstellungen akzeptieren.

Migration. Kein Zwang zur Rückmigration gespeicherter Daten; die Umschreibung ist aber mechanisch möglich (siehe Eintrag 1) und wird für Datenbestände empfohlen, die weiter gepflegt werden.

8. Legacy-Artefakte entfernt

Was sich geändert hat. Entfernt wurden die auskommentierte Strahlentherapie-Alt-Familie (Profil, Extension, Beispiel) und die nie aktivierten Quantity-Profile für ECOG und Karnofsky.

Bestandsdaten und Implementierungen. Keine Auswirkung — diese Artefakte waren in keiner veröffentlichten Version wirksam (auskommentiert bzw. nie aktiviert); es können keine konformen Bestandsdaten existieren. Es wird bewusst kein Migrationspfad bereitgestellt.

9. Abhängigkeiten auf die 2027-Ballot-Linie

Was sich geändert hat. kerndatensatz.meta 2027.0.0-ballot.rc3, kerndatensatz.base 2027.0.0-ballot.rc1, de.basisprofil.r4 1.6.0, kerndatensatz.biobank und kerndatensatz.molgen je 2027.0.0-ballot.rc2, kerndatensatz.studie 2027.0.0-ballot.rc1, kerndatensatz.medikation 2027.0.0-ballot.rc5, kerndatensatz.laborbefund 2027.0.0-ballot.rc3 (neu, für das Tumormarker-Profil) und hl7.fhir.uv.genomics-reporting 3.0.0 (neu).

Bestandsdaten. In aller Regel keine direkte Auswirkung; maßgeblich sind die Changelogs der Basismodule — Verschärfungen dort wirken über die Vererbung auch hier.

Implementierungen. Paketauflösung und Validierungsumgebungen müssen die neuen Abhängigkeitsversionen laden; gemischte Umgebungen (Onkologie 2027 gegen Basismodule 2026) sind nicht getestet.

Migration. Abhängigkeiten gemeinsam mit dem Modul anheben; kein Datenmigrationsschritt.

10. Canonical-URLs an die Namenskonvention angeglichen (10 Artefakte)

Was sich geändert hat. Sieben Therapie-ValueSets trugen Canonicals ohne das onko--Segment, drei logische Modelle den Simplifier-Altpfad …/StructureDefinition/LogicalModel/<Name>. Alle zehn folgen jetzt der Modulkonvention …/modul-onko/<Typ>/<id>:

alt neu
ValueSet/mii-vs-strahlentherapie-zielgebiet ValueSet/mii-vs-onko-strahlentherapie-zielgebiet
ValueSet/mii-vs-strahlentherapie-strahlenart ValueSet/mii-vs-onko-strahlentherapie-strahlenart
ValueSet/mii-vs-strahlentherapie-strahlungseinheit ValueSet/mii-vs-onko-strahlentherapie-strahlungseinheit
ValueSet/mii-vs-strahlentherapie-stellungzurop ValueSet/mii-vs-onko-strahlentherapie-stellungzurop
ValueSet/mii-vs-strahlentherapie-ende-grund ValueSet/mii-vs-onko-strahlentherapie-ende-grund
ValueSet/mii-vs-systemische-therapie-stellungzurop ValueSet/mii-vs-onko-systemische-therapie-stellungzurop
ValueSet/mii-vs-systemische-therapie-ende-grund ValueSet/mii-vs-onko-systemische-therapie-ende-grund
StructureDefinition/LogicalModel/Onkologie StructureDefinition/mii-lm-onko
StructureDefinition/LogicalModel/OrganspezifischeZusatzmodule StructureDefinition/mii-lm-onko-organspezifische-zusatzmodule
StructureDefinition/LogicalModel/mii-lm-mvgenomseq-onkologie StructureDefinition/mii-lm-mvgenomseq-onkologie

Bestandsdaten. Keine Auswirkung — Instanzen tragen weder ValueSet- noch LogicalModel-Canonicals; die Bindings liegen in den Profilen, die auf die neuen URLs verweisen.

Implementierungen. Nur Systeme, die diese zehn Canonicals direkt adressieren (Terminologieserver-Anfragen, Validierungskonfigurationen, Dokumentationslinks), müssen auf die neuen URLs wechseln; alles, was sie über die Profile des Moduls auflöst, folgt automatisch.

Migration. Textersetzung alt → neu; die Tabelle oben ist vollständig.